AG Evidenzsynthese

Kurzbeschreibung

Evidenzsynthesen haben sich in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zur systematischen Generierung, Synthese und Bewertung des verfügbaren Wissens zu einem spezifischen Thema oder zu einer spezifischen Fragestellung etabliert. Im Kontext der Versorgungsforschung sind die Methoden der Evidenzbasierten Gesundheitsversorgung (EbHC) ein etabliertes Werkzeug, um auf Patient:innen- und Populationsebene die Ergebnisse der Evaluation von in der Regel komplexen Maßnahmen systematisch zu synthetisieren. Im Ergebnis kann - basierend auf methodisch adäquat durchgeführten Evidenzsynthesen - Einfluss auf die Gestaltung der Versorgung genommen und die Versorgungspraxis hin zu einer evidenzgestützten Gesundheitsversorgung gefördert werden.

Evidenzsynthesen im Bereich der Versorgungsforschung erfordern vor allem interdisziplinäre Expertise im Umgang mit komplexen Interventionen, bei denen die Gesamtheit der Evidenz berücksichtigt und insbesondere auch die Präferenzen der jeweiligen Adressat:innen der Intervention betrachtet werden. Ferner muss auch hinterfragt werden, inwieweit die ursprünglich eher für den klinischen Kontext entwickelten Methoden der Evidenzsynthese auf komplexe Interventionen übertragbar sind. Inwieweit ist es sinnvoll hierbei eine Meta-Analyse durchzuführen? Wie können Fragen der Übertragbarkeit vernünftig adressiert werden? Sind die Ergebnisse eines gepoolten Effektschätzers hilfreich, wenn es um eine mögliche Implementierung im eigenen lokalen Kontext geht? Wie kann dabei das Wissen aus Evidenzsynthesen unterstützen?

In der EbHC kommen derzeit vor allem systematische Reviews zum Einsatz. Je nach Thema und Zielstellung sind im Bereich der Versorgungsforschung aber auch Scoping Reviews sowie Umbrella Reviews zielführend für den Erkenntnisgewinn. Zu den bisher vergleichsweise weniger etablierten Evidenzsynthesen, die jedoch für die Versorgungsforschung ein hohes Potential aufweisen, gehören die sogenannten Realist Reviews. Daneben gibt es noch viele andere Formen der Evidenzsynthese, die auch das Zusammenfassen von qualitativen sowie qualitativen und quantitativen Studien beinhalten können.

Ziele und Aufgaben

Evidenzsynthesen stellen eine Methode dar, die grundsätzlich in allen Arbeits- und Fachgruppen des DNVF eingesetzt werden kann. Zum Teil ist dies bereits erfolgt: innerhalb der AG Qualitative Methoden wurde die AG Meta-Synthese qualitativer Studien initiiert und auch im Bereich der Research-on-Research Aktivitäten des DNVF wurden Evidenzsynthesen zu aktuellen und zukünftigen Innovationsfonds-Projekten angefertigt.

Die AG setzt sich die folgenden Ziele:

  • Verfahren der Evidenzsynthesen themen- und zielabhängig innerhalb des DNVF platzieren und fördern
  • interdisziplinäre Kooperationen sowie einen fachübergreifenden Dialog zwischen den Arbeitsgruppen und Fachbereichen des DNVF fördern
  • den Methodentransfer zwischen den Arbeits- und Fachgruppen des DNVF befördern
  • die Ausbildung, Nachwuchsförderung und Kompetenzvermittlung im Bereich Evidenzsynthese (u.a. DNVF Spring School) unterstützen und vorantreiben
  • methodische Unterstützung von Ad-hoc Kommissionen
Aktivitäten der AG
  • Die Gründungssitzung der AG Evidenzsynthese fand am 4.11.2022 virtuell statt
  • Die AG trifft sich zweimal im Jahr; weitere Treffen erfolgen bei Bedarf
Ausblick
  • Im ersten Halbjahr 2023 werden zusammen mit den Mitgliedern der AG inhaltliche Schwerpunkte identifiziert und für deren Bearbeitung ggf. Kleingruppen gebildet
  • Bereits geplant ist es, den Stand systematischer Evidenzsynthesen zu Themen der Versorgungsforschung in Deutschland herauszuarbeiten
  • Weiterhin sollen Ressourcen, die bei der Erstellung systematischer Evidenzsynthesen hilfreich sind, zur Verfügung gestellt werden
Sprecher:in der AG

Interesse an der Mitarbeit?

Wir freuen uns über weitere interessierte Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen, die sich in die Arbeit der AG einbringen oder sich austauschen möchten. Bei Interesse an der Mitarbeit können Sie die Geschäftsstelle oder AG-Sprecher:innen gern kontaktieren.