AG Theorien in der Versorgungsforschung

Kurzbeschreibung
Theorien spielen auch in der Versorgungsforschung eine wichtige Rolle. Theoriebildung, theoretische Verallgemeinerungen sind die Grundlage von wissenschaftlicher Arbeit und der Kommunikation von Forschern diesseits und jenseits der Grenzen des Wissenschaftssystems. Durch Theoriearbeit konstituieren sich wissenschaftliche Disziplinen und wissenschaftliche Diskurse, die die Reflexivität der spezialisierten Erforschung eines Gegenstandsbereichs ebenso ermöglichen, wie dessen Tradierung in Lehre und Nachwuchsförderung.
 
Die Versorgungsforschung in Deutschland hat sich bislang auf die empirische Forschung konzentriert. Das DNFV hat durch die bisherigen Memoranden darauf hingewirkt, die methodische Qualität und die Professionalität der datengestützten Versorgungsforschung zu fördern. Demgegenüber standen und stehen theoretische Fragestellungen in der Versorgungsforschung im Hintergrund. Nicht zuletzt wurden normenwissenschaftliche Disziplinen bislang von der Versorgungsforschung in Deutschland wenig berücksichtigt.
 
Die AG „Theorien in der Versorgungsforschung“ hat sich zur Aufgabe gesetzt, theoriebasiertes Arbeiten in der Versorgungsforschung zu stärken. Die AG will sich mit dem Status und der Bedeutung von Theorie und Theorien in der Versorgungsforschung befassen. Vor diesem Hintergrund hat die AG nach Abstimmung mit dem Vorstand des DNVF die Aufgabe übernommen, ein Memorandum über die „Theoretische und normative Fundierung der Versorgungsforschung“ zu erstellen. Die Arbeit an diesem Memorandum IV des DNVF stand im Mittelpunkt der Aktivitäten in den Jahren 2014 und 2015. Nach Abstimmung innerhalb des DNVF wurde das Memorandum im Frühjahr 2016 veröffentlicht.*
 
Aktivitäten und Mitarbeit
Aus einem ursprünglichen Kreis von ca. 15 Interessenten hat sich eine Kerngruppe herausgebildet, bestehend aus Prof. Anke Menzel-Begemann, Prof. Erik Farin-Glattacker, Prof. Thorsten Meyer sowie dem Sprecher Dr. Walter Baumann, die gemeinsam die Arbeit an dem Memorandum IV ausgeführt hat. Die AG hat im Rahmen des DKVF 2014, 2015 und 2016 darüber hinaus Symposien zu verschiedenen Aspekten der Theorieentwicklung in der Versorgungsforschung durchgeführt, die sich eines breiten Interesses der Kongressteilnehmer erfreuten. Die AG möchte den Kreis der Interessenten und Mitwirkenden erweitern und freut sich über eine Kontaktaufnahme.
 
Arbeitsschwerpunkte 2018-2019:
Die AG hat im Rahmen einer Zusammenkunft auf dem DKVF 2018 über mögliche thematische Schwerpunkte der weiteren Arbeit beraten. Die im Anschluss an das erstellte Theorie-Memorandum entwickelten Überlegungen zur Erarbeitung einer Sammlung von Theorien in der Versorgungsforschung wurde bei dieser Gelegenheit verworfen. Zustimmung fand der Vorschlag, dass sich die AG eingehender mit dem Thema der Komplexität in der Versorgungsforschung befasst. Dazu hat der Sprecher der AG im Februar 2019 ein Arbeitspapier vorgelegt, das unter den AG-Mitgliedern zur Kommentierung und Weiterentwicklung zirkulierte. Im Mai 2019 wurde das Arbeitspapier und das weitere Vorgehen im Rahmen einer Telefonkonferenz erörtert.  Dabei wurde verabredet, aus diesem Arbeitspapier ein regelrechtes Positionspapier zu entwickeln, wie es in den Statuten des DNVF vor wenigen Monaten vorgesehen wurde. Ein entsprechender Vorschlag wurde dem Vorstand des DNVF durch den AG-Sprecher zugeleitet, der im August 2019 seitens des DNVF-Vorstandes positiv beschieden wurde.
 
Aktuelle Informationen

Im Jahr 2020 will die AG das Positionspapiers zur Komplexität in der Versorgungsforschung fertigstellen und einen erweiterten Diskussionsprozess zu diesem Thema einleiten.

Die AG wurde von Frau Prof. Lena Ansmann eingeladen, im September 2020 an einem gemeinsamen Symposium der DNVF-AG Organisationsbezogene Versorgungsforschung und der AG Versorgungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) unter der Fragestellung von Theorien in der organisationsbezogenen Versorgungsforschung mitzuwirken.

 

* W. Baumann, E. Farin, A. Menzel-Bergmann, T. Meyer; Memorandum IV: Theoretische und normative Fundierung der Versorgungsforschung, Gesundh.wes. 2016; 78: 337–352, DOI http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-105511

Sprecher der AG