Fortbildung Registerbasierte Forschung

Konzept

Die Fortbildung „Registerbasierte Forschung (Regiba)“ ist im Rahmen des Nationalen Krebsplans und der Dekade gegen Krebs am Beispiel der Onkologie entwickelt worden. Ziel der Fortbildung ist es, Wissenschaftler:innen das Wissen und die Kompetenz für die Durchführung registerbasierter Studien und die Nutzung versorgungsnaher Daten in Registern zu vermitteln.

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich vor allem an Berufstätige, die das Ziel haben, registerbasierte Studien durchzuführen oder mit Registerdaten arbeiten. Angesprochen sind Versorgende, Mitarbeitende in Registern, Universitäten, Forschungsinstituten, Krankenkassen und der Industrie. Mediziner:innen, Versorgungsforscher:innen und Statistiker:innen werden in Teams zusammenarbeiten und lernen, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Großen Stellenwert haben die Vernetzung und Förderung des Austausches unter den Teilnehmenden. Ziel ist langfristig der Aufbau einer (inter)nationalen Community „Registerbasierte Forschung“.

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • können die Vielfältigkeit der Versorgung und des Gesundheitssystems darstellen.
  • können die Möglichkeiten und Notwendigkeit inter- und multidisziplinärer Auswertung und Nutzung von Registerdaten für die Versorger und zu Versorgenden erläutern.
  • können Registerdaten auf ihre Validität und Qualität für Forschungsfragestellungen bewerten.
  • können kontextgerechte, methodisch & qualitativ hochwertige Auswertungen und anspruchsvolle registerbasierte Studien primär in der Onkologie (und auch in anderen Krankheitsfeldern) durchführen.
  • können die Eignung von Registern für die ­Beantwortung spezifischer Fragestellungen einschätzen und operationalisieren.
Inhalte
  • Anwendungsfelder für Registerforschung
  • Grundlagen des Gesundheitssystems
  • Register Grundlagen
  • Analyse, Bewertung und Nutzung von Registern
  • Anwendungsnahe epidemiologische und statistische Grundlagen der Registerdatenauswertung
  • Qualitative Methoden im Kontext von Registerforschung
  • Grundlagen der Dokumentation am Beispiel der Onkologie
  • Projektmanagement
  • Methodik von Registerstudien
  • Registrierung, Publikation, Interpretation und Evidenzableitung
  • Förder- und Ethikanträge
Modulübersicht

Umfang der Fortbildung

170 Lehreinheiten (1 LE = 45 Minuten):

  • 75 LE digitale Lehrveranstaltungen
  • 50 LE Präsenz-Lehrveranstaltungen
  • 42 LE Selbststudium und Peergroups
  • 3 LE Abschlussprüfung
Teilnehmerzahl 20
Kursbeginn 8. September 2023
Dauer der Fortbildung 6 Monate
Anmeldung ab April 2023
Teilnahmegebühren

mit Frühbucherrabatt bis zum 15.06.2023: 1.750 €
regulärer Preis ab dem 16.06.2023: 1.900 €

Abschluss Der erfolgreiche Abschluss der Fortbildung wird mit einem Zertifikat und einer Be­zeichnung als „Health Scientist for Registry Research“ bestätigt.

 

Hintergrund der Fortbildung

Die Nutzung von in der Versorgung vorhandenen Daten und die Evidenzgenerierung durch registerbasierte Studien wird zunehmend postuliert. Best Practice Beispiele aus der Onkologie zeigen, dass im Sinne einer wissensgenerierenden Versorgungsforschung mit der Hilfe von Registerdaten Leitlinien überprüft, die Wirksamkeit und Qualität von Diagnostik und Versorgung evaluiert und Empfehlungen für Leitlinien und Interventionen gemacht werden können. Auch zeigt sich, dass Fragestellungen aus der Versorgung an Registerdaten adressiert werden können. Die Onkologie profitiert dabei auch davon, dass durch die gesetzliche Regelung des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG § 65c SGB V) und den gemeinsamen onkologischen Basisdatensatz der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) hier gute Rahmenbedingungen bestehen und die Onkologie sich deshalb als Modell für andere Krankheiten besonders eignet. Das zugehörige, klar strukturierte methodische Vorgehen ist bisher noch unzureichend zusammengeführt und aufbereitet.

Die Fortbildung wird im Rahmen des Projektes "Curriculum registerbasierte Forschung" durchgeführt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und läuft vom 01.09.2021 bis zum 31.08.2024.

Wissenschaftlicher Beirat

Das Curriculum und die Fortbildung wird unter Einbezug maßgeblicher Akteure entwickelt. Dazu wurde ein wissenschaftlicher Beirat implementiert (-> wissenschaftlicher Beirat). Der Beirat erarbeitete die inhaltliche Struktur des Curriculums registerbasierte Forschung, die Themengewichtung, die Anzahl und den Inhalte der Module. Ferner verabschiedete er das gemeinsam erarbeitete Feinkonzepte der Fortbildung und berät beim Assessmentverfahren und Evaluation der Pilotfortbildung

Projektphasen

Die erste Projektphase, in welcher das Curriculum für die Fortbildung „Registerbasierte Forschung“ entwickelt wurde, konnte erfolgreich abgeschlossen werden. In Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat wurde die Zielgruppe definiert und ein Grobkonzept des Curriculums ausgearbeitet. Auf Grundlage der Gutachten eines Peer Review-Verfahrens und einer Markterkundung wurde das Grobkonzept erneut überarbeitet. Das Feinkonzept des Curriculums wurde im November 2022 auf der Konsensuskonferenz des wissenschaftlichen Beirats verabschiedet. Zur Zeit befindet sich REGIBA  in der zweiten Projektphase und die Durchführung der Pilotfortbildung wird vorbereitet. Die ADT übernimmt als Kooperationspartner die Programmierung eines Übungsportals.  In der letzten Projektphase wird die Pilotfortbildung evaluiert und der zweite Durchgang vorbereitet. Das Projekt soll einen wichtigen Beitrag leisten, die Möglichkeiten, die bestehende und zukünftige Register bieten, für eine wissensgenerierende Versorgungsforschung nachhaltig zu nutzen.

Leitung und Koordination